{"id":1186,"date":"2021-08-11T11:24:45","date_gmt":"2021-08-11T11:24:45","guid":{"rendered":"https:\/\/gian-andri-toendury.ch\/?p=1186"},"modified":"2024-12-31T10:23:28","modified_gmt":"2024-12-31T10:23:28","slug":"galleria-di-berna-group-show-stadtgalerie-bern-07-08-22-08-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gian-andri-toendury.ch\/?p=1186","title":{"rendered":"&#8220;Galleria di Berna&#8221; group show, stadtgalerie, bern, 07.08.\u201322.08.2021"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Stadtpr\u00e4sident von Bern schl\u00e4gt die Schliessung der Stadtgalerie als Sparmassnahme vor. In dieser kurzfristig organisierten Ausstellung (auf Initiative von Remo Stoller, gemeinsam kuratiert mit Miriam Sturzenegger und Luca Beeler) haben K\u00fcnstler\u00b7innen Plakate f\u00fcr in der Zukunft nach der drohenden Schliessung nicht mehr stattfindende Ausstellungen geschaffen. Hier mehr infos <a href=\"https:\/\/stadtgalerie.ch\/de\/ausstellung\/galleria-di-berna\/\">dazu<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe mich gefragt, was jetzt, aber auch in vier Jahren in der Kunst dringend zu verhandeln w\u00e4re. Das Prinzip des Plakats ist ein Druckbogen f\u00fcr Flyer. Am Anfang meines Vorschlags steht die Verhandlung einer in der Schweiz relativ lauten Kritik an China unter Berufung auf demokratische Prinzipien. Dem Thema begegnete ich zuerst in Diskussionen mit Alejandra Pinggera Crook. Es scheint uns, dass diese Kritik, meistens aus der Perspektive gebildeter Schweizer oder mitteleurop\u00e4ischer Mittelschicht formuliert, ein Schlaglicht auf einen selbstzufriedener Blick auf die hiesige politische Ordnung wirft. Vielleicht noch schlimmer: Es wird dabei ein f\u00fcr die grossen Probleme der hier praktizierten Demokratie blind machender abgrenzender Blick auf die Anderen geworfen. Nicht nach ihrer Meinung zu Demokratie gefragt werden hier lebende Migrant\u00b7Innen (ohne Stimmrecht) oder Schichten, deren politische Mitsprache nicht ernst genommen wird. Ein damit verkn\u00fcpftes Thema ist  die fest verankerte koloniale Weltsicht (jedenfalls f\u00fcr meine Generation und noch \u00e4ltere kann ich das einsehen), die den Blick dieser westlichen gebildeten Mittelschicht auf den &#8220;Rest der Welt&#8221; pr\u00e4gen. Ich nenne es &#8220;koloniale Weltsicht&#8221; -auch wenn es eigentlich um west-europ\u00e4isches und nordamerikanisches \u00dcberlegenheitsdenken geht &#8211; denn die Geschichte dieses Denkens ist nat\u00fcrlich ganz eng mit der Kolonialgeschichte und ihren Rechtfertigungsmechanismen von Unrecht verkn\u00fcpft, auch wenn nicht immer koloniale Verh\u00e4ltnisse direkt im Spiel sind (wie beim westeurop\u00e4ischen Blick auf Osteuropa, Japan oder das nicht kolonisierte China). Zu dem Thema gab mir im Verlauf der kurzen Arbeit am Plakat Swana Zoa Afar wichtige Literaturhinweise, wie das Buch von Patricia Putschert &#8220;Kolonialit\u00e4t und Geschlecht im 20. Jahrhundert; Eine Geschichte der weissen Schweiz&#8221;, dessen Coverbild, die Collage einer Schweizer Hausfrau aus den 1930er Jahren (aus der Schweizer Illustrierten) und eines Schweizer Himalaya-Bergsteigers aus den 1950er Jahren (ebenfalls aus der Schweizer Illustrierten), ich f\u00fcr einen der Flyer benutzt habe. Mit diesem Hinweis wollte  Anabel auch noch mal auf die lokale Teilhabe &#8211; in einer Stadt wie Bern &#8211;  am Kolonialismus, besonders auch in der Form einer Teilhabe am kolonialen Weltbild (durch Popul\u00e4rkultur, Werbung, Schweizer Rassenforschung, der &#8220;Erforschung&#8221; der noch &#8220;unerfassten&#8221; Welt am Himalaya usw.), hinweisen. Ich denke, dass nur wenn eine Bereitschaft besteht, koloniales und anderes Abrenzungsdenken bei sich selbst am Werk zu sehen und zu kritisiern, und zwar selbst (oder gerade) in der Berufung auf abstrakte ethisch-politische Prinzipien, es zu einem echten egalit\u00e4ren Austausch kommen kann, wie ich ihn mir f\u00fcr diese Ausstellung in 2025 w\u00fcnschen w\u00fcrde. <\/p>\n\n\n\n<p>Hier ist also das Plakat:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"720\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/gian-andri-toendury.ch\/wp-content\/uploads\/stadtgalerie_toendury_final-720x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1188\" srcset=\"https:\/\/gian-andri-toendury.ch\/wp-content\/uploads\/stadtgalerie_toendury_final-720x1024.jpg 720w, https:\/\/gian-andri-toendury.ch\/wp-content\/uploads\/stadtgalerie_toendury_final-211x300.jpg 211w, https:\/\/gian-andri-toendury.ch\/wp-content\/uploads\/stadtgalerie_toendury_final-768x1092.jpg 768w, https:\/\/gian-andri-toendury.ch\/wp-content\/uploads\/stadtgalerie_toendury_final-1080x1536.jpg 1080w, https:\/\/gian-andri-toendury.ch\/wp-content\/uploads\/stadtgalerie_toendury_final-1440x2048.jpg 1440w, https:\/\/gian-andri-toendury.ch\/wp-content\/uploads\/stadtgalerie_toendury_final-350x498.jpg 350w, https:\/\/gian-andri-toendury.ch\/wp-content\/uploads\/stadtgalerie_toendury_final-650x925.jpg 650w, https:\/\/gian-andri-toendury.ch\/wp-content\/uploads\/stadtgalerie_toendury_final-1000x1422.jpg 1000w, https:\/\/gian-andri-toendury.ch\/wp-content\/uploads\/stadtgalerie_toendury_final-2000x2845.jpg 2000w, https:\/\/gian-andri-toendury.ch\/wp-content\/uploads\/stadtgalerie_toendury_final-scaled.jpg 1800w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Stadtpr\u00e4sident von Bern schl\u00e4gt die Schliessung der Stadtgalerie als &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-1186","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-news"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gian-andri-toendury.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1186","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gian-andri-toendury.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gian-andri-toendury.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gian-andri-toendury.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gian-andri-toendury.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1186"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/gian-andri-toendury.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1186\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1277,"href":"https:\/\/gian-andri-toendury.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1186\/revisions\/1277"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gian-andri-toendury.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1186"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gian-andri-toendury.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1186"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gian-andri-toendury.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1186"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}